Ausblick

Impressionen aus der marokkanischen Sahara

Heute möchte ich meine Impressionen und Gedanken zur „Herbst-Karawane Die Kraft der Stille“ mit mit Euch teilen.
Wir - drei Teilnehmerinnen und ich - waren unterwegs vom 17. bis 29. Oktober 2016.

StrassenbauAuf der Fahrt von Ouarzazate (unser Zielflughafen in Marokko) Richtung Süden ins Gästehaus Sauvage Noble (bei Zagora) passierten wir viele Baustellen. Diese wichtige Straßenverbindung wird an vielen Stellen verbreitert und begradigt. Auch in den Dörfern und Städtchen wird viel gebaut und ich frage mich immer wieder, wo und wie die Menschen, die hier leben, das dafür notwendige Geld verdienen. Abdellah sagt, dass viele Männer im „Norden Marokkos“ arbeiten und oft nur zu den Familienfesten nach Hause kommen.

 

Blick auf KasbahDiesen Blick mag ich besonders - man fährt über den Hügel und blickt auf das große, breite Band der Dattelpalmen, davor die Kasbah. Und am Rande dieser für den Süden Marokkos typischen Wohnform steht das Riad Sauvage Noble. Unser Ziel für die Mittagspause auf dem Weg in die Wüste. Und unsere „Oase“ nach der Wüstenzeit.
 

8 wundervolle Tage waren wir in der Sahara. Neben dem täglichen Weiterziehen mit der Karawane erlebten die Frauen auch 2 Tage ‚Lagerleben‘ an einem sehr schönen Platz.

Oft werde ich gefragt, ob es nicht langweilig sei, in der marokkanischen Sahara so oft die gleichen Strecken zu gehen. Meine klare Antwort ist nein. Wir gehen immer neue Wege und zudem bleibt meine Begeisterung für diesen besonderen Ort der Wandlung, im Gegenteil - sie wächst.

Die Teilnehmerinnen dieser Wüsten-Auszeit nehmen aus diesen Tagen mit: wer den Schritt wagt und sich darauf einlässt, wird reich beschenkt. Womit?
- mit vielen Momenten voll Schönheit
- mit neuen, anderen Perspektiven und Weitblick auf sich selbst und andere
- mit der unmittelbaren Wahrnehmung der eigenen Kraft und Stärke
- mit der Stille
- mit der Erfahrung des All-Ein-Seins
- mit dem Erleben wertschätzender Gemeinschaft

… um nur einige zu nennen.

RegenlandschaftBei dieser Wüstenzeit war das Regen-Erlebnis sehr eindrücklich - auch für mich. Ich kannte bislang kurze Schauer, die die Dünen circa 3-5 cm tief befeuchten.
Doch dieses Mal war es anders, der Himmel blieb für zwei Tage sehr grau und es regnete immer wieder. Es ist schon eine Herausfor-derung unterwegs nass zu werden und weiter zu gehen, ohne die gewohnte Regenkleidung und wenn die gemütliche Stube in weiter Ferne ist. Wir sind alle sehr nass geworden.
Unsere Begleiter sehen den Regen aus dieser
Perspektive - AMAN IMAN, Wasser ist Leben

Das Foto zeigt wie der Regen die Dünenlandschaft in eine „Seenlandschaft“ verwandelte.

Doch für das „Durchgehen“ durch diese Situation gab es eine Belohnung:
- das Wahrnehmen der inneren Stärke und der Möglichkeiten, die in jeder von uns stecken
- das Erleben der unerschütterlichen positiven, lösungsorientierten Haltung unserer Begleiter
- das Eingebundensein in eine Gemeinschaft und eine Fürsorge, die von ganzem Herzen kommt

Getreu dem Motto „weniger ist mehr“ (passt auch zu Wüste) ende ich hier.
Von Herzen alles Gute!
Sonja